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«Sprossen und Keimlinge spielen in der Superfood-Liga ganz oben mit»

Corinna Blaser von «VEG and the City»
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Menschen

Wachsen und Gedeihen. Blühen und Verwelken. Corinna Blaser von «VEG and the City» beschäftigt sich mit dem Lauf der Dinge und allem rund ums Gärtnern. Sprossen und Keimlinge sind ihre stetigen Begleiter, ganz egal, welche Jahreszeit durchs Land zieht.

Gerade im Herbst und Winter sind Sprossen und Keimlinge ideal, um den Bedarf an elementaren Nährstoffen abzudecken. Passend dazu zeigt VEG and the City in einem Workshop am 12. Oktober in der Europaallee, wie sich dieser heimische Superfood selber ziehen lässt. Hier geht's zur Anmeldung

Gemeinhin sind Sprossen und Keimlinge mit der Superfood-Welle bekannt geworden. Beim Wort «Superfood» tanzen Assoziationen Ringelreihe: Viele Nährstoffe. Natürlich. Schöne Haut. Langes Leben. Farbenfroh. Meist von weiter her. In den Läden kommt Superfood als Lebensmittel daher, die lange nicht geläufig waren: Chia-Samen, Spirulina oder Goji Beeren zum Beispiel.

Eine hieb- und stichfeste Definition von Superfood gibt es aber nicht. Sicher kann man sagen, dass man damit Lebensmittel bezeichnet, die mehr Nähr- Wirk- und Vitalstoffe haben als andere. Und das haben Sprossen und Keimlinge - und spielen damit in der Top-Superfood-Liga mit. Als Keimling bezeichnet man die ganz junge Pflanze, die aus dem Keim wächst. Von Sprossen spricht man, wenn sich der Keimling etwas weiter entwickelt hat.

Superfood aus dem eigenen Garten.
«Himbeeren sind genau so wirkungsvoll wie Goji Beeren. Und anstatt Chia-Samen kann man auch Leinsamen essen. Die werden in der Schweiz produziert und das schafft wiederum Arbeitsplätze», sagt Corinna, wenn man sie auf Superfood anspricht. Corinna ist Filialleiterin des «VEG and the City»-Ladens an der Europaallee. Sie duzt jede und jeden, «das kommt gut an». Es gibt keine Gartenangelegenheit, bei der sie nicht behilflich sei könnte. Sie hatte schon vor 25 Jahren einen Selbstversorgergarten. Für sie ist Superfood vor allem eins: Das Gemüse aus dem eigenen Garten, saisonal geerntet. «Und man soll beim Gemüse alles essen, zum Beispiel auch den Stil eines Broccolis.» Auch Sprossen und Keimlinge isst und ass sie schon immer. Sie ist von deren wohltuenden Wirkungen überzeugt.

Unkomplizierte Mungosprossen.
Corinna ernährt sich vegetarisch, oft vegan. Ihr Lieblingsrezept: Man nehme die überschüssigen Teigwaren von gestern und schnipple saisonale Früchte dazu. Dann gibt man ein Schuss Sauerrahm, Zitronensaft und die Würze bei, nach der es einen gelüstet, zum Beispiel Curry. Und schliesslich bereichert man die Leckerei mit Sprossen und Keimlingen. Corinna hat eine Lieblingsmischung: Broccoli, Bockshornklee, Alfalfa und Rettich; man kann die Mischung des Keimguts fertig kaufen. Es zu ziehen verlangt Achtsamkeit. «Am einfachsten für die Aufzucht sind Mungosprossen, die als Sojasprossen bekannt sind», erklärt Corinna. Mungosprossen sind unkompliziert und strotzen vor Vitaminen, vor allem dem Vitamin E.

Erinnerungen an die Primarschule.
Gerade im Herbst und Winter sind Sprossen und Keimlinge ideal, um den Bedarf an elementaren Nährstoffen abzudecken. Und es mangelt nicht an Sprossenvielfalt um sich immer wieder anders zu ernähren. Das Keimgut muss zweimal täglich gewaschen werden, aus Hygienegründen. «Das sage ich immer explizit, damit die Leute die Sprossen sicher mindestens einmal täglich waschen», schmunzelt Corinna. Generationen ehemaliger Primarschüler erinnern sich daran, wie sie Kresse gezogen haben - mit feuchter Watte und mehr oder weniger Erfolg. Unterdessen gibt es Kressesiebe und Sprossengläser. Letztere sehen aus wie Gonfigläser, der Deckel ist ein feines Sieb und sie werden mit einer Vorrichtung verkauft, die erlaubt, dass man das Glas kopfüber stellen- und Wasser abtropfen lassen kann.

«Man weiss nie was morgen ist.»
Corinna leitet ihre Workshops immer mit der Frage: «Haben Sie noch Fragen?» ein. Die urbanen Gärtner und Gärtner to be bringen nämlich neben dem Interesse am Kernthema auch immer allgemeine Fragen mit. Derzeit drehen sich die Fragen vor allem darum, wie man den Garten für den Winter parat macht. «Ich sage: Lasst ihn einfach so. Schaut, dass es keine brachen Flächen gibt. Der Winter ist da, um die nächste Saison zu planen!» Jede Jahreszeit verlangt nach anderen Tätigkeiten. Und bei «VEG and the City» nach einer anderen Ladeneinrichtung - Produkte werden ausgestellt, umgestellt und dann wieder weggeräumt. «Man darf nicht stillstehen», sagt Corinna - und das lässt sich wunderbar auf das Leben im Allgemeinen münzen: «Man weiss nie was morgen ist».

Am 12. Oktober führt VEG and the City einen Workshop zum Thema Sprossen und Keimlinge durch. Im Workshop erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Nutzen unterschiedlicher Sprossen- und Keimsaatenarten und wie man sie zuhause einfach selbst anziehen kann.

Hier geht's zur Anmeldung